Aprilia bringt F1-ähnliche F-Schacht-Technologie in die MotoGP

Photo: Gold & Goose / Red Bull Content Pool

06. 03. 2026 18:15 CET
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Aprilia bringt F1-ähnliche F-Schacht-Technologie in die MotoGP

Eliška Ryšánková

Eliška Ryšánková

News.GP-Journalist, der sich mit der spannenden Welt der MotoGP und der Formel 1 beschäftigt.

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Aprilia hat ein neues aerodynamisches System an seinem MotoGP-Motorrad eingeführt, das von der Formel-1-Technologie inspiriert ist. Die Vorrichtung, bekannt als F-Schacht, hilft, den Luftstrom durch die Motorradverkleidung zu kontrollieren und kann den Luftwiderstand auf langen Geraden reduzieren. Durch die Nutzung kleiner Luftkanäle und der natürlichen Fahrposition des Fahrers haben die Aprilia-Ingenieure einen cleveren Weg gefunden, die Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen, ohne bewegliche Teile zu verwenden.

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Aprilia hat eine neue aerodynamische Vorrichtung an seinem MotoGP-Bike eingeführt, die von der Technologie der Formel 1 inspiriert ist. Das System ist als "F-Schacht" bekannt, ein Konzept, das erstmals vom McLaren Formel-1-Team in der Saison 2010 bekannt gemacht wurde. Die Idee dahinter ist einfach: Es verändert die Art und Weise, wie die Luft über das Fahrzeug strömt, um die Höchstgeschwindigkeit auf langen Geraden zu erhöhen.

In der modernen MotoGP ist die Aerodynamik extrem wichtig geworden. Die Teams verwenden jetzt Flügel, Kanäle und spezielle Karosserieteile, um zu kontrollieren, wie sich die Luft um das Motorrad bewegt. Diese Elemente können einen Abtrieb erzeugen, der dem Motorrad hilft, in Kurven und beim Bremsen stabil zu bleiben. Starke aerodynamische Teile können aber auch zusätzlichen Luftwiderstand erzeugen, der die Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden reduziert.

Aprilias MotoGP-Motorrad, die Aprilia RS-GP, verwendet bereits ein sehr aggressives Verkleidungsdesign, das ein gutes Kurvenverhalten ermöglicht. Die Form der Seitenverkleidung funktioniert ähnlich wie ein Diffusor im Rennsport und hilft dem Motorrad beim Einlenken auf der Strecke. Das Problem ist, dass dieses Design das Motorrad auf langen Geraden etwas verlangsamen kann, weil es den Luftwiderstand erhöht.

Um dieses Problem zu lösen, haben die Aprilia-Ingenieure ein neues Luftführungssystem im Inneren der Verkleidung entwickelt. An der Vorderseite des Motorrads befinden sich kleine Lüftungsschlitze auf beiden Seiten des Lufteinlasses. Durch diese Schlitze kann die Luft in Kanäle im Inneren der Verkleidung strömen. Die Luft strömt dann durch die Verkleidung und tritt durch zwei kleine Öffnungen im oberen Teil der Seitenteile aus. Diese Austrittsöffnungen befinden sich in der Nähe der Unterarme des Fahrers.

Der clevere Teil des Systems besteht darin, wie der Fahrer mit ihm interagiert. Wenn sich der Fahrer auf der Geraden zusammenzieht, um den Luftwiderstand zu verringern, verdecken seine Unterarme natürlich die Öffnungen an der Seite der Verkleidung. Indem er diese Öffnungen blockiert, verändert der Fahrer die Art und Weise, wie die Luft durch das Motorrad strömt. Durch diesen Effekt wird der Luftstrom entlang der Verkleidung aufgeteilt und der Luftwiderstand verringert, wodurch das Motorrad eine höhere Höchstgeschwindigkeit erreichen kann.

Die Idee ähnelt dem ursprünglichen F-Schacht, der in der Formel 1 verwendet wird. Beim McLaren-Auto von 2010 strömte die Luft durch einen Kanal im Inneren des Chassis und erreichte den Heckflügel. Wenn der Fahrer ein kleines Loch mit der Hand abdeckte, änderte sich der Luftstrom und brachte den Heckflügel zum "Abwürgen". Dadurch verringerte sich der Luftwiderstand und die Höchstgeschwindigkeit des Autos konnte auf langen Geraden um bis zu 10 km/h erhöht werden.

Das System von Aprilia funktioniert im Detail anders, aber das Prinzip ist dasselbe: Es nutzt den Luftstrom, um den Luftwiderstand vorübergehend zu verringern, wenn der Fahrer auf der Geraden ist. Wichtig ist, dass das Gerät keine beweglichen mechanischen Teile verwendet. Stattdessen wird der Luftstrom durch die natürliche Fahrposition des Fahrers gesteuert. Aus diesem Grund entspricht das Design immer noch den Regeln der MotoGP, die einstellbare aerodynamische Vorrichtungen verbieten.

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass das Konzept effektiv sein könnte. Während des MotoGP-Rennwochenendes auf dem Chang International Circuit gehörten die Aprilia-Maschinen zu den schnellsten Maschinen in den Radarfallen. Sowohl Aprilia als auch Ducati erreichten auf der Geraden rund 345 km/h.

Einer der Aprilia-Fahrer, Jorge Martin, sagte, der Effekt sei spürbar, aber nicht dramatisch. Er erklärte, dass er auf den Geraden einen etwas stärkeren Luftstrom spüre, obwohl der Unterschied aus Sicht des Fahrers

fahrerperspektive ist der Unterschied nicht groß. Dennoch können selbst kleine Verbesserungen der Geschwindigkeit einen großen Unterschied im MotoGP-Rennen ausmachen.

Das System könnte auch zeigen, dass die MotoGP-Technik der Formel 1 immer ähnlicher wird. Viele Teams experimentieren jetzt mit komplexen aerodynamischen Ideen, die den Luftstrom um das Motorrad herum kontrollieren. Wenn sich Aprilias Lösung als erfolgreich erweist, könnten andere Hersteller in Zukunft versuchen, das Konzept zu kopieren.

Letztendlich zeigt der F-Schacht an der Aprilia-Maschine, wie die Ingenieure weiterhin nach kleinen Vorteilen suchen. Durch die sorgfältige Steuerung des Luftstroms und die Nutzung des Fahrerkörpers als Teil des aerodynamischen Systems hat das Team einen kreativen Weg gefunden, um zusätzliche Geschwindigkeit zu erreichen, ohne gegen die Regeln zu verstoßen.

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