Pirelli plant, die Reifendruckregelung in der MotoGP für 2027 beizubehalten

Photo: Gold & Goose / Red Bull Content Pool

16. 07. 2026 17:19 CET
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5 min

Pirelli plant, die Reifendruckregelung in der MotoGP für 2027 beizubehalten

Eliška Ryšánková

Eliška Ryšánková

News.GP-Journalist, der sich mit der spannenden Welt der MotoGP und der Formel 1 beschäftigt.

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Pirelli hat bestätigt, dass die umstrittene Reifendruckregelung der MotoGP auch dann weiterhin gelten wird, wenn das italienische Unternehmen ab 2027 zum neuen Reifenlieferanten der Meisterschaft wird. Obwohl der Hersteller der Ansicht ist, dass seine Reifen weniger empfindlich auf Druckänderungen reagieren, sind seiner Meinung nach weitere Daten erforderlich, bevor eine Entscheidung über eine Änderung oder Aufhebung der Regelung getroffen werden kann.

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Viele MotoGP-Fans hatten gehofft, dass die umstrittene Reifendruckregelung wegfallen würde, wenn Pirelli 2027 zum neuen Reifenlieferanten wird. Pirelli hat jedoch bestätigt, dass die Regelung vorerst bestehen bleibt.

Die Diskussion um den Reifendruck flammte erneut auf, nachdem sich Honda in den sozialen Medien von Joan Mir verabschiedet hatte. Der japanische Hersteller dankte dem MotoGP-Weltmeister von 2020 für seine vier Jahre im Team und schrieb, dass seine Zeit bei Honda „drei Podiumsplätze“ umfasst habe.

Zunächst waren einige Fans verwirrt, da die offiziellen MotoGP-Ergebnisse zeigen, dass Mir mit Honda nur zwei Podiumsplätze errungen hatte. Diese erzielte er beim Grand Prix von Japan und beim Grand Prix von Malaysia im Jahr 2025.

Das fehlende Podium gab es beim diesjährigen Grand Prix von Katalonien. Mir überquerte die Ziellinie als Zweiter und feierte auf dem Podium mit den anderen Fahrern. Doch mehr als eine Stunde nach Rennende gaben die MotoGP-Rennkommissare bekannt, dass sein Motorrad gegen die Vorschrift zum Mindestdruck im Vorderreifen verstoßen hatte. Er erhielt eine 16-Sekunden-Strafe, wodurch er in der Endwertung auf den 13. Platz zurückfiel.

Eine ähnliche Situation ereignete sich 2025 bei Maverick Viñales. Auch er kam beim Grand Prix of the Americas in Austin als Zweiter ins Ziel, verlor jedoch nach dem Rennen aufgrund derselben Reifendruckregel seinen Podiumsplatz.

Diese nachträglichen Strafen wurden von vielen Fans kritisiert, da die Podiumsfeiern stattfinden, bevor die Endergebnisse bestätigt sind. Fahrer, Teams und Fans können feiern, nur um später festzustellen, dass sich die Platzierung geändert hat.

Die Reifendruckregel wurde 2023 aus Sicherheitsgründen eingeführt. Bei Grand-Prix-Rennen in voller Länge muss der Reifendruck am Vorderreifen während mindestens 60 % der Renndistanz über dem Mindestdruck liegen. Bei Sprintrennen muss er während 30 % der Runden über dem Grenzwert liegen. Fahrer, die diese Anforderung nicht erfüllen, erhalten Zeitstrafen.

Giorgio Barbier, Direktor für Motorradrennen bei Pirelli, hat nun bestätigt, dass das Unternehmen nicht vorhat, die Regelung aufzuheben, wenn es in die MotoGP einsteigt.

Er sagte, Pirelli sei stets davon ausgegangen, die Regelung beizubehalten, und sei von Berichten überrascht gewesen, die etwas anderes suggerierten.

Barbier zollte zudem dem derzeitigen Ausrüster Michelin Respekt und erklärte, die Regel sei eingeführt worden, weil das Fahren mit zu niedrigem Reifendruck Sicherheitsrisiken mit sich bringen könne. Er sagte, Pirelli könne nicht einfach davon ausgehen, dass diese Risiken nicht bestehen, bevor das Unternehmen Erfahrungen mit modernen MotoGP-Maschinen gesammelt habe.

Laut Barbier schaffen MotoGP-Maschinen Bedingungen, mit denen Pirelli derzeit in Meisterschaften wie der Superbike-WM oder der Moto2 nicht konfrontiert ist. Moderne MotoGP-Motorräder erzeugen enormen aerodynamischen Abtrieb, nutzen leistungsstarke Carbonbremsen und fahren oft dicht beieinander im Windschatten. Diese Faktoren können die Temperatur des Vorderreifens erhöhen und das Druckmanagement erheblich erschweren.

Dennoch glaubt Barbier, dass sich Pirelli-Reifen anders verhalten könnten. Er erklärte, dass Pirelli-Produkte in der Regel einen größeren Betriebsdruckbereich haben, was bedeutet, dass sich ihre Leistung bei steigendem oder fallendem Reifendruck nicht so stark verändert. Dies könnte es den Teams erleichtern, innerhalb der korrekten Grenzwerte zu bleiben.

Er betonte jedoch, dass Pirelli zunächst echte MotoGP-Daten sammeln müsse, bevor entschieden werde, ob Änderungen erforderlich seien.

Aus diesem Grund bleibt die Reifendruckregelung bestehen, wenn Pirelli 2027 den Betrieb aufnimmt. Sollten sich die neuen Reifen als weniger empfindlich gegenüber Druckänderungen erweisen, könnte die Regelung in Zukunft geändert oder sogar aufgehoben werden.

Barbier räumte zudem ein, dass es für den Sport nicht gut sei, wenn Fahrer noch lange nach der Zielflagge Podiumsplätze verlieren. Er sagte, jeder würde solche Situationen nach Möglichkeit lieber vermeiden, doch die Sicherheit müsse oberste Priorität bleiben.

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